I. Choke on that!

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Gestern habe ich den Film „The Grey“ mit Liam Neeson gesehen. Erfreut habe ich festgestellt, dass sowohl das Thema als auch die „philosophische“ Essenz der Geschichte sehr altmodisch sind. Es schien mir vollkommen unwichtig, ob die Darstellung der Wölfe realistisch ist. Ich halte sie sogar für unrealistisch, nicht etwa, weil sie als Bestien dargestellt werden, sondern weil sie als intelligente Jäger gezeigt werden. Auch interessieren mit jene Gedankenspiele nicht, ob die Wildnis als irgendeine Art des modernen Lebens zu lesen ist. Jede Minute des Films hat nur eine Nachricht: Das Leben ist kein Zuckerschlecken, und deine Aufgabe ist es, das Leben zu ertragen.

Als ich den oberen Paragraphen schrieb, saß ich im Zug Richtung Hanau und wollte schreiben. Jetzt sitze ich im Wohnzimmer und werde meine Gedanken nicht beenden. Nicht etwa, weil sie mir jetzt trivial oder falsch erscheinen, sondern weil mir die Begeisterung fehlt. Die richtigen Worte verstecken sich vor mir, und der Elan hat sich vor langer Zeit verabschiedet. Vor einiger Zeit schrieb ich einen Blogeintrag mit der Frage, ob das Web 2.0 das Spielfeld größenwahnsinniger Egomanen ist? Nun kann ich diese Frage beantworten: Ja, ist es. Und das ausschließlich. Ich entdecke überall nur noch Dummheit und finde das sehr seltsam, glaube ich doch nicht dran, dass es so etwas wie Dummheit überhaupt gibt. Mir dem Vorwurf der Dummheit versucht man immer nur, die Interessen anderer zu diskreditieren. Und dann hält man sich natürlich für den Klügsten. Davon halte ich nichts. Und trotzdem muss ich sagen: Das Web ist ausschließlich gut darin, Dummheit zu produzieren.

Natürlich spricht jetzt nicht mein Verstand, sondern mein aufgebrachtes Gemüt. Dabei bin ich gar nicht verärgert, sondern im großen und ganzen einfach nur nicht mehr interessiert.